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Ich bin ein Werwolf – Ist doch halb so wild

Manchmal fühle ich mich ein bisschen wie ein Werwolf. Also nicht diese pop-kulturellen Glitzer-Werwölfe, die aufgrund ihrer Identitätskrise nicht einmal wissen, ob sie jetzt in Bedward oder Ella verliebt sind. Eher wie ein Werwolf der schon damals von…ähm…diesem einen Autor in….Moment…wie hieß das noch gleich? Nochmal von vorne!

Manchmal fühle ich mich ein bisschen wie kein Werwolf. Also nicht diese postrockmodernen, von schmerzerfüllten Verwandlungen geplagten Menschen, die sich bei Vollmond in einen Wolf verwandeln – wer glaubt denn schon an böse Geister? – sondern eher wie ein Werbinicheigentlichundwassollichhierwolf und so…

Daher stellt sich natürlich die Frage, was einen sogenannten Werwolf denn ausmacht. Ist es die Verwandlung an sich? Der Zeitpunkt ebendieser? Oder vielmehr die vollkommene Inversion menschlicher Eigenschaften in ein triebhaft gesteuertes Tier? In meinem Fall wohl nichts davon!

Was ist denn nun ein Werwolf?

Wer bei Google “Wer” eingibt, bekommt als erstes Ergebnis “Wer wird Millionär” angezeigt. Da ich mich in diesem Fall wie beim Warum- und Waswolf weiterhin ohne schlechtes Gewissen als Aussenseiter bezeichne, bleibt mir eigentlich nur der Wolf übrig, der ja so gar nicht ich bin. Oder auch umgekehrt. Von den alten, klassischen Vorstellungen eines solchen Gestaltwandlers hat sich die Moderne ja erst mit Twilight abgewandt.

Da ja die Popkultur aus dem klassischen Werwolf ohne mit den Wimpern zu zucken einen Eddie gemacht hat, beanspruche ich dieses Privileg nun auch für mich:

Was bin denn nun ich?

Da der Werwolf beliebig interpretiert werden kann, interpretiere ich wohl auch mich so beliebig wie möglich. Da eben jener immer noch die Eigenschaft hat, an den Mondkalender zu glauben, beanspruche ich für mich, genau das nicht zu tun. Denn meine Verwandlung hat nichts mit der aktuellen Entfernung und Position zum Mond zu tun.

Manchmal werde ich nämlich ordentlich oder vernünftig. Bevor jetzt der geneigte Leser einen panischen Fluchtverusch unternimmt, möge er mich doch erläutern lassen:

Der Dumme hält Ordnung, das Genie beherrscht das Chaos

-Die Ludolfs

Ich nenne viele Eigenschaften mein Eigen, die sich ab und zu ins Gegenteil verkehren können. Was wohl auch ein Grund dafür ist, dass ich von meinem diesjährigen Wichtel einen weiteren Wecker geschenkt bekommen habe. Was nicht heißen soll, dass ich ein überaus unpünktlicher Mensch bin, im Gegenteil, es ist Zeichen der Anerkennung für herausragendes Zeitverständnis. Bestimmt. Dass ich ein sehr engagierter Mensch bin, sieht man doch alleine schon daran, dass ich mich aufraffe, Beiträge für diese Weblog zu schreiben. Von meinen Aktivitäten abseits des weltweiten Netzes einmal abgesehen (ja, offline bin ich noch viel fauler und mein Desktop ist aufgeräumter als mein Zimmer), zeigt diese kurze Auflistung bereits, wie sehr sich manche Eigenschaften ins Gegenteil verkehren können. Denn ich bin ja eigentlich faul und sollte durch mein Naturell gar nicht in der Lage sein, so etwas wie einen Blog zu führen.

Manchmal aber, so scheint es, packt es mich und ich werde motiviert. Ich kann nicht sagen, woher es kommt und wann es mich trifft, aber es gibt Tage, da erwische ich mich beim Putzen oder Aufräumen in einem Maße, das ich selbst nicht für möglich gehalten hätte. Und wenn ich erst einmal angefangen habe, höre ich auch so schnell nicht mehr auf. Es wäre zwar umgekehrt einfacher, aber einfach scheint mir auch zu langweilig zu sein. Als vernünftiger Mensch müsste ich nun wohl herausfinden, was denn diese Ordnungsanfälle bei mir auslöst, damit ich sie in Zukunft bewusst initiieren kann. Aber dazu fehlt mir momentan einfach die Motivation. Fuck my life.

Wer ein wenig in der Werwolf-Analogie weiterdenkt, könnte auf die Idee kommen, ich sollte andere Menschen beißen, um sie anzustecken. Hab ich versucht, die wollten dann aber seltsamerweise alle noch weniger für mich putzen. Das klappt also auch nicht.

Also bleibe ich einfach weiter ich und lass mich das nächste mal wieder von mir selbst überraschen, wenn ich um 22:30 am Sonntag Abend noch beginne, die Duschkabine vom Kalk freizuschrubben.

Und ich nenne es Edward

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An dieser Stelle möchte ich gerne meinen Respekt an all diejenigen aussprechen, die auch zu dieser Jahreszeit noch mit dem Fahrrad oder Roller zur Arbeit oder Schule fahren.

Ich bin ja heute morgen alleine auf dem Weg vom Bett ins Badezimmer fast 17 mal erfroren. Am liebsten wäre ich wieder zurück in die flauschige Wärme meiner Schlummerkiste gekrochen, aber man hat ja Verantwortung und Pflichten (obwohl die Uhrzeit sicher verfassungswidrig ist) und stellt sich seinen Aufgaben.

Mein Auto denkt zum Glück auch so, sonst würde es sich morgens schon lang weigern, überhaupt erst die Türen aufzumachen…wie das glitzert…wie…Edward, der Lametta-Vampir. Aber wenn ich ihm das ins Gesicht sage, springt es sicher nicht mehr an.

In diesem Sinne, schönen Donnerstag

Wenn ich unsterblich wäre…

Wenn ich unsterblich wäre, könnte ich alles machen, worauf ich Lust hätte. Klingt doch gut.

Aber was heißt denn unsterblich? Heißt unsterblich zu sein, nie zu altern? Aber dann wäre ich ja immer ein neugeborenes Baby. Oder gar ein Embryo. Oder würde ich zu einem bestimmten Zeitpunkt aufhören zu altern? Mit 10, mit 20 oder mit 50? Aber könnte ich mir das aussuchen? Wer legt das fest? Oder würde ich trotzdem körperlich altern und einfach nie an Altersschwäche sterben? Und irgendwann ans Bett gefesselt sein, ohne die Möglichkeit, irgendwann einfach einzuschlafen und nie wieder aufzuwachen?

Und wenn ich unsterblich bin, heißt das nur, dass ich keinen natürlichen Tod sterben kann, oder bin ich dann auch unverwundbar?

Nehmen wir einmal an, ich höre mit 30 Jahren auf zu altern, bin unverwundbar und unsterblich. Da tun sich doch Möglichkeiten auf, oder?

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