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Von Menschen, Streiks und Schlafengehen…

Manchmal möchte man den Menschen, die sich gerade in der näheren Umgebung befinden, einen High-Five geben. Ins Gesicht. Mit einem Stuhl. Hab ich mal gehört. Man könnte mir jetzt latente Aggressionen unterstellen und mich zum Kopfdoktor für Systemopfer schicken, man könnte mir aber auch einfach recht geben. Dann könnte ich aufhören, diesen Blogeintrag zu schreiben und mich ins Bett legen. Welches ich sehr gern habe. Klar, wer mag sein Bett nicht? Ich kann diese ganzen kleinen Kinder nicht mehr verstehen (zu denen ich früher auch gehörte), die nicht ins Bett wollen.

Klar, früher war ich bei meinen Eltern auch für meine “Verzögerungstaktik” bekannt. Da fällt einem kurz vor dem Schlafen gehen noch dieses und jenes ein, nur damit man nicht schlafen gehen muss. Als ob es einen Wettkampf mit sich selbst gäbe, den Rekord für spät ins Bett gehen zu knacken. An alle, die noch in dieser Phase sind: Genießt es.

Diese Phase ist dann vorbei, wenn man zum ersten Mal durchgemacht hat und direkt zur Arbeit musste. Ab dann ist man nämlich um jede Minute froh, die man im Bett liegen kann, ohne die nächste Verpflichtung im Kooopf zu haben. Und so ein Bett bietet ja unglaublich viel Potential und Abwechslung. Ein Schelm, wer jetzt an Sex denkt. Auch alleine kann ich mich im Bett beschäftigen. Das könnte man jetzt schon wieder falsch verstehen. Das meine ich aber nicht: Mich ins Bett zu legen ist ein Abenteuer für sich: Erst mal geht es um die richtige Klamottenwahl, abhängig von Zimmer-, Außen- und Körpertemperatur und verfügbarem Abdeckmaterial. Wenn man betrunken ist, fällt man ja einfach so, wie man ist, ins Bett. Aber nüchtern geht dem Zubettgehen ein langwieriger Entscheidungsprozess voran:

  1. Wann lege ich mich hin?
  2. Auf welcher Seite des Bettes schlafe ich heute (sprich: welche Seite muss ich frei räumen?)
  3. Was mach ich noch, sobald ich im Bett liege, damit ich noch nicht schlafen muss?
  4. Was ziehe ich an bzw. aus?
  5. usw.

Viel schlimmer ist dann aber das Hinlegen an sich. Möchte ich grade auf dem Bauch liegen oder auf der Seite? Ganz zugedeckt? Die Beine frei?

Ihr merkt schon, ich sammle eigentlich gerade Argumente dafür, jeden Abend betrunken ins Bett zu fallen.

So, genug  vom Thema abgekommen: Der High-Five ins Gesicht geht natürlich heute an Weselsky, der mir nach meinem 5-wöchigen Blogstreik nun mit einem unbefristeten Streik den Kampf ansagt. Blasphemie!!!

Zur allgemeinen Erheiterung hier noch der Wortwitz der Woche:

Totalitourismus, der: Das Reisen zum Zwecke des Kennenlernens totalitärer Regierungssysteme in fremden Ländern.

Und sie fährt doch!

Die Zugführer streiken, die Sonne zum Glück nicht. Nachdem ich diese Woche die ersten Schneeflocken gesehen habe und es allgemein spürbar kälter wurde, schaut jetzt nochmal die Sonne durch. Das hebt die Laune ungemein.

Trotz meiner Bahnangst riskiere ich es also: Fernreise per Bahn mitten im Tarifkrieg Tarifstreit. Was ich vom Streik halte, steht auf einem anderen Blatt Papier, fest steht, dass ich selbst mit einer Mitfahrgelegenheit nicht so günstig und schnell ans Ziel kommen würde. Vorrausgesetzt, es läuft alles nach (Ersatz)plan.

Von da unten nach da oben. Irgendwie...

 

Ich stehe ja zu meiner hasserfüllten Haltung gegenüber technischen Geräten, die nicht so funktionieren, wie ich es will. Habe ich doch letzten Donnerstag vier Stunden damit verbracht, die Waschmaschine zu beschimpfen. Und all den Leuten, die mir jetzt zurufen wollen: “Das bringt sie doch auch nicht dazu, zu funktionieren!” sei gesagt, dass das Vermeiden von verbalen Entgleisungen genauso wenig funktioniert. Und außerdem: Bringt nichts? Heute bekommen wir eine neue. Und vielleicht wäre das nicht der Fall, wenn ich dieses Drecks-kack-scheiß-teil nur als Schlingel bezeichnet hätte. Beweisen kann das schließlich niemand.

Beweisfoto Beweisfoto: Sie fährt. (Aufgenommen mit einem Samsung Galaxy S4 mit kaputtem Display. Objektiv: 2500mm ICE-Fensterscheibe mit Nothammer)

Anders sieht es beim Bahnstreik aus. So ist es anscheinend doch so, dass die Lokführer keine seelen- und gefühllose Maschinen sind, sondern doch der Gattung Mensch angehören. Deshalb nehme ich hiermit all die (un)ausgesprochenen Verwünschungen zurück! Und hänge sie nachträglich diesem Biest von Weselskyaschmaschine an. Und so 😉