Schlagwort: wikipedia

Als Student lebt man ja meist ein recht bescheidenes Leben. Es wird in WGs gelebt, in Vorlesungen vorgelesen und ab und zu gönnt man sich eine Tütennudel. Herrlich einfach, das Bier kostet 0,45€ und Studiengebühren gibt’s ja auch nicht mehr. Der Asket ist in seinem Element. Auch in meiner bescheidenen Klause dominiert die Einfachheit. Die Möbel sind vom blauen Schweden um die Ecke, der Boden wellt sich ein bisschen und das Geschirr ist ungefähr so homogen wie die Leute von Pegida aber nicht halb so homophob wie…äh…ja gut, die Leute von Pegida. Ich bin ja kein Nazihasser, aber… Doch halt, was muss ich sehen? Ist das etwa….Nein, das kann nicht sein: Wir haben Klopapier. Und zwar nicht irgendeines, es ist auch noch vierlagig. Und flauschig und sicher. Steht zumindest drauf. Moment mal, flauschiges Klopapier ist ja schön, 4-lagig purer Luxus, aber was bitte ist „sicheres“ Klopapier? Früher, als die Welt…

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Ich besitze ein Smartphone und schreibe trotzdem nicht zurück!
Ich benutze mein Smartphone, um Freunden zu beweisen, dass ich recht habe. Wikipedia ist mein bester Freund und meinen iPod packe ich nur noch aus, wenn ich lange unterwegs bin und meinen Handyakku nicht durch Musik noch unnötig belasten möchte.

Wenn ich mich im Bus langweile, wird gezockt. Ich bin kein klassischer 08/15 Angry Birds oder Candy Crush Spieler – für diese Spiele habe ich nichts übrig. Als echter Freigeist entwickle ich Videospiele im Retrolook oder tippe wie wild auf meinem Drum-Computer herum. Gleichzeitig ist der Bildschirmrand eingerahmt mit Facebook-Messenger Bubbles, die im Sekundentakt aufblinken und meinen Bildschirm in eine mobile Gehörlosen-Lasershow verwandeln. Weil mich das nervt und irritiert und der arme Busfahrer denkt, er wird ständig geblitzt, ziehe ich mit einem gekonnten Wischer alle Bubbles auf das ruheversprechende X am unteren Bildschirmrand und lehne mich erleichtert zurück. Bis mich das „Biep-Biep“ eines abgeschlossenen Autos gepaart mit einer langgezogen Vibration einem epileptischen Anfall gleich in krampfartiges Zucken verfallen lässt. Ich entsperre das Display und wische mein Muster, nur um zu sehen, dass jemand mein gerade auf Facebook geupptes Foto geliked hat. Ich überlege kurz, ob ich einen Like liken kann, merke aber selbst schnell, wie dämlich das klingt.

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