Der Tag an dem ich beinahe einen guten Blogeintrag schrieb

Oder 10 Gründe, warum dein Blog bis heute nicht erfolgreich ist:

  1. Es ist dein Blog
  2. Hmmm…

Gute Frage, warum gibt es eigentlich noch erfolglose Blogs heutzutage? Die Anforderungen sind doch klar, wer es schafft, einen Blog einzurichten oder gar selbst aufzusetzen, der sollte auch in der Lage sein, eine Suchmaschine zu benutzen. Dabei kann einem durchaus auffallen, wie leicht es ist, etwas Gutes zu schreiben:

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Warum tun das dann nicht einfach alle und werden glücklich? Wie, es gibt kein Allheilmittel? Man muss sich Mühe geben, Gedanken machen? Bullshit!

Es gibt genau drei Regeln, die es zu beachten gibt:

  1. Sex sells
  2. Blogger lesen gerne über sich
  3. Provokation bringt Aufmerksamkeit

So in etwa:

Du bist nicht zufrieden mit deinem Sexleben?

Hier findest du die einzig wahren Tipps, wie du in wenigen Wochen deinen Partner im Bett überwältigen wirst. Vor Freude. Vorfreude ist angebracht! Lies hier weiter!

Außerdem möchte ich auf meinen Testbericht “Sex oder Kuchen” verweisen, denn Kuchen und Sex sind zwei wunderbare Sachen, die man auch miteinander kombinieren kann. Hab ich schon SEX geschrieben? Und dass es Nacktfotos von Kaley Cuoco gibt?

Dein Blog wird nur von ein paar mitleidigen Freunden ab und zu angeklickt?

Schreib doch mal ein paar Beiträge über das Bloggen an sich. Zum Beispiel einen Beitrag darüber, wie man einen guten Beitrag verfasst. Das ist ganz leicht:

  1. Öffne die ersten 5 Beiträge zu diesem Thema bei Google
  2. Kopiere den ersten Absatz des fünften Beitrags
  3. Kopiere den zweiten Absatz des vierten Beitrags
  4. Kopiere den dritten Absatz des zweiten Beitrags (Vorsicht, hier passieren die meisten Fehler!)
  5. Kopiere den zweiten Absatz des dritten Beitrags
  6. Öffne bei Google den sechsten Beitrag, den ersten kennt schon jeder.
  7. Kopiere den ersten Absatz des sechsten Beitrags.
  8. Versehe jeden Absatz mit einer Überschrift, die eine Zahl enthält und mehr verspricht, als du bieten kannst, wirst und willst. Zum Beispiel: 3,1415 Möglichkeiten, wie du die Zahl Pi in einen Blogeintrag einbauen kannst, um mehr Leser zu bekommen
  9. Füge alles zusammen und versehe es mit irgendeiner aufsteigenden Statistik.
  10. Teilen, Teilen, Teilen!!!

 

Du bist ja kein Nazi, aber…

…du findest die Pediga und so voll gut und willst nicht, dass dir dein Friseur den Bart auf einmal islamisch stutzt. Suche im Internet nach dem Stichwort “Antifa” und teile diese Ansicht auf allem, was du finden kannst. Am Besten mit Link zu deinem Blog, in dem dein Impressum angegeben ist. Du wirst so viele Follower wie nie zuvor haben!

Fazit

Alle drei Punkte in einem Beitrag. Na wenn das nicht der Hammer wird, weiß ich auch nicht.

Nicht gesucht und doch gefunden

ok google suche

Es hat immer etwas romantisches, wenn sich zwei nicht suchen und trotzdem finden. Liebe und so, vor allem auf den ersten Blick. Viel interessanter ist aber, wonach bei Google gesucht wird. Und noch interessanter, bei welchen Schlagworten die eigene Webseite auftaucht.

Nicht, dass dieses Blog hier enormen Traffic durch Google erhält – wer soll mich schon suchen, aber umso erstaunlicher ist es dann doch, wie oft man bei Suchanfragen irgendwo auftaucht. Ich weiß jetzt zwar nicht genau, warum ich eine Click Through Rate (CTR) von 50% beim Begriff “schizoide Persönlichkeit” habe, aber bei meinem ersten Besuch beim Kopfdoktor werde ich das wohl mal ansprechen.

Ich weiß jetzt auch, dass ich nicht der einzige bin, der sich nicht merken kann, was Pegida außer “Ich bin ja kein Nazi, aber…” bedeutet, denn danach wird auch des Öfteren gesucht.

Wie jeder weiß, verkauft sich Sex auch heutzutage noch am Besten. Und bei Google wird das natürlich gesucht wie blöd.

  • normaler Geschlechtsverkehr
  • sex torte
  • technik sex
  • sex mit mitbewohner
  • sex überraschung
  • sex mit kuchen
  • kuchen sex
  • sex im schnee

Angesichts der Tatsache, wie notgeil wir Deutschen auf Kuchen sind, frage ich mich, ob der Begriff American Pie nicht falsch besetzt ist. Und ob ich nach der Veröffentlichung dieses Beitrags Youporn überholen kann. Vor dem Hintergrund des oft verlangten Kuchen-Koitus’ ist wohl auch die Anfrage “ASCII kuchen” interessant, denn der virtuelle Sex ist seit Jahren im kommen(hehe).

Und wer auch immer das war, der bei Google “ich bin kein Loser” eingegeben hat und von Google wahrscheinlich keine eindeutige Antwort bekommen hat: Nein bist du nicht, jemand hat dich lieb. Nur bei Google wirst du den nicht finden.

Sprachticks oder wo ist eigentlich die verdammte Karotte geblieben?

Dieser Beitrag handelt von Sprachticks anderer Menschen. Bewusst eingebaute sind Fett markiert. Wer einen findet, der nicht fett ist, hat einen meiner eigenen, unbewussten entdeckt. Glückwunsch, du wirst ihn nicht mehr überlesen können. Außerdem folgt zum Ende die lang ersehnte Entdeckung der verschwundenen Karotte.

Dozenten sind ja angeblich auch nur Menschen. Ich möchte zwar die Theorie von den Geminoiden-Dozenten nicht verwerfen, sie ist mir doch zu interessant. Aber unabhängig davon, ob es sich um ferngesteuerte oder gar eigenständige Roboter handelt, oder tatsächlich Menschen in der Uni stehen und

“Market research is the systematic gathering and interpretation of information in order to gain insights or support decision making, where the identity of the respondants will not be revealed”

in einem Tonfall herunterleiern, der jedem Hypnotiseur alle Ehre macht, Dozenten haben eine menschliche Schwäche: Sie haben Sprachticks. Na toll, sagst du jetzt, hat doch jeder und überhaupt ist das ja gar nicht schlimm und so. Und du hast ja recht, werter Leser. Solange einem diese Ticks nicht aufgefallen sind, sind sie gar nicht so schlimm. Und im Alltag fallen diese Ticks auch nicht so sehr auf, weil die meisten Menschen sich dialogisch unterhalten und nicht mehrmals die Woche mehrere Stunden am Stück nur einen Menschen reden hören, ne?

Wer Texte schreibt, wird es bei sich selbst eventuell schon bemerkt haben und wer selbst Vorträge hält, doziert oder sonst monologisch blubbert, wird auf Aufnahmen von sich selbst bei gefühlt jedem zweiten Satz die Hand beschämt vor sein Gesicht halten. Nichtsdestowenigertrotz ist es auch völlig in Ordnung, einen eigenen Sprach- oder Schreibstil zu haben, immerhin ist das ein Wiedererkennungsmerkmal. Doch auch wenn sich Sprachticks im normalen Umfeld kaum störend auswirken, kann das ganze in pathologischer Form auch schnell unangenehm werden(ein Gruß an alle, die an Koprolalie leiden). Da muss man dann schon – gerade in der Öffentlichkeit –  achtpassen, denn wenn die Zuhörer bei jedem zweiten Satz genervt die Augen verdrehen, kann ein guter Vortrag schnell ins Leere schießen. Da sind wir doch sicher alle d’accord.

Wer Sprachticks bei Google eingibt, wird auf unzählige Ratgeber-Artikel (ge)stoßen, die sich vor allem an Füllwörtern oder “schlechten” Sprachgewohnheiten wie Nuscheln oder Räuspern aufhängen. Das lernen wir ja schon in der Schule, dass äääh sowas quasi nicht so wirklich gut sei, sozusagen, oder? Als Stilmittel taugen sie ja trotzdem. Ich meine dennoch.

Und, aufgrund der enormen Leserresonanz zur verschwundenen Karotte, die sich in folgender Frage zusammen fassen lässt:

“WO war die Karotte?”

Die Karotte wurde ordnungsgemäß in einer Transportbox verstaut, die dann der auf geistiger Sparflamme agierende Autor dieses Textes ordnungsgemäß im Küchenschrank deponierte. Sie lächelte jenen dann rund eine Woche später an, als er erneut den Versuch machte, Nahrung zur Arbeit mitzunehmen und die besagte Box öffnete.

Frohe Ostern!

Mark Zuckerberg, Alpacawolle und was einem sonst noch so täglich über den Weg läuft

Ich besitze ein Smartphone und schreibe trotzdem nicht zurück!
Ich benutze mein Smartphone, um Freunden zu beweisen, dass ich recht habe. Wikipedia ist mein bester Freund und meinen iPod packe ich nur noch aus, wenn ich lange unterwegs bin und meinen Handyakku nicht durch Musik noch unnötig belasten möchte.

Wenn ich mich im Bus langweile, wird gezockt. Ich bin kein klassischer 08/15 Angry Birds oder Candy Crush Spieler – für diese Spiele habe ich nichts übrig. Als echter Freigeist entwickle ich Videospiele im Retrolook oder tippe wie wild auf meinem Drum-Computer herum. Gleichzeitig ist der Bildschirmrand eingerahmt mit Facebook-Messenger Bubbles, die im Sekundentakt aufblinken und meinen Bildschirm in eine mobile Gehörlosen-Lasershow verwandeln. Weil mich das nervt und irritiert und der arme Busfahrer denkt, er wird ständig geblitzt, ziehe ich mit einem gekonnten Wischer alle Bubbles auf das ruheversprechende X am unteren Bildschirmrand und lehne mich erleichtert zurück. Bis mich das “Biep-Biep” eines abgeschlossenen Autos gepaart mit einer langgezogen Vibration einem epileptischen Anfall gleich in krampfartiges Zucken verfallen lässt. Ich entsperre das Display und wische mein Muster, nur um zu sehen, dass jemand mein gerade auf Facebook geupptes Foto geliked hat. Ich überlege kurz, ob ich einen Like liken kann, merke aber selbst schnell, wie dämlich das klingt.

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