Schlagwort: alkohol

Im Gegenteil: Er will (vor)gelesen werden. Und genau das tat ich vor kurzer Zeit: Ich begab mich ins Nellie Nashorn, ein kleines Kulturörtchen in Lörrach und sprach von der Bühne hinab einige Worte, die ich mal hier im Blog aneinandergereiht habe. Der Text ist eine revidierte Fassung des Eintrags Kaffee dort, Kaffee hier, Kaffee morgens lob ich mir! der jetzt natürlich auch in der aktuellen Version hier online ist.

Doch genug der Schwallerei, es gibt heimlich gefilmte Amateuraufnahmen, die jetzt an die Oberfläche leaken:

https://www.youtube.com/watch?v=ebq9dajn458

https://twitter.com/flashbashblog/status/601061019969036288

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Die Fastenzeit ist nun endlich vorbei – man möchte sich eigentlich bei Gott bedanken, wenn er einem denn die Suppe, die man 40 Tage nicht essen durfte, nicht höchstpersönlich eingebrockt hätte. Alle Jahre wieder kommt hier nämlich der Osterhase, um 40 Tage Entschlackungskur und Darmbefreiung mit Schokolade und Backwerk nichtig zu machen.

„Was zum Teufel…?“, mag der verneigte geneigte Leser nun denken, „…du hast gefastet?“ Sanft kann ich beruhigen: „Das hat zwar weder mit Gott, dem Teufel und dem heiligen Himbeergeist (a.k.a. Die eilige Scheinheiligkeit) zu tun, aber ja, ich faste jedes Jahr.“

Auch ich zähle mich zu den selbsternannten Abstinenzlern und habe mich für 40 Tage in die symbolische Wüste begeben um dort allen möglichen Versuchungen

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…und dann gibt es noch diese “eine” Person im Freundeskreis: Diese Person, deren Leben interessanter ist als jede Fernsehserie. Und deren jüngste Äußerungen regelmäßig wie die neuste Episode von Game of Thrones diskutiert werden. Nicht etwa, weil dieser Mensch ein besonders beeindruckendes Leben führt. Im Gegenteil: Es ist das Verpeilte, das “Ich bin so schön verstrahlt” als Lebensmotto. Und ich frage mich manchmal, ob dieser Mensch weiß, wie sehr er einem Unterhaltungsmedium ähnelt, das zwar nur eine kleine aber dafür beständige Einschaltquote hat. Immerhin müsste er darüber nachdenken. Was schwierig wird. Namen will ich mal keine nennen, vielleicht kommt er ja von selbst drauf, wenn er mal gerade nicht gegen Goliath kämpft. Oder mit Jesus diskutiert. Den hat er (nennen wir ihn der Einfachheit halber mal “Karl”) nämlich auf der letzten Halloweenparty getroffen. Man mag sich nun darüber wundern, dass es tatsächlich jemand angemessen findet, Jesus als Gruselkostüm zu tragen.…

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Ich bin nüchtern. Nicht, dass mich das vom Schreiben abhalten würde, allerdings ist es doch erstaunlich wie Alkohol nicht nur im Falle sozialer Interaktion enthemmend wirkt, sondern auch bei asozialer Intraaktion. Vor dem Rechner. Wenn du nicht trinkst, dann sind alle deine Geschichten langweilig und enden mit: Und dann bin ich nach Hause gegangen. –Jim Jefferies Ich sitze mit meinen Mitbewohnern auf der Fensterbank, die genug Platz für uns drei bietet, wenn wir versetzt sitzen. Es regnet und wir sind alt genug, um das Geräusch des Regens zu genießen und jung genug, um währenddessen billigen Weißwein aus der Flasche zu trinken, während wir weniger über Gott und mehr über die Welt reden. Uns fällt auf, dass Alkohol keine Kreativität erzeugt, sondern vielmehr eine kreative Ehrlichkeit zulässt, indem er produktive Hemmungen aus dem Weg räumt. Deshalb ist das alternative Ende zu Frank Schätzings „Der Schwarm“, in dem alle Nacktschnecken der Welt…

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…aber hier spukt es eh nicht. Und wer glaubt schon an Geister? Sowas gibt’s ja eh nicht in echt. Ich jedenfalls nicht, ich glaube zwar an vieles: das Gute im Menschen die thermisch-proaktive Wirkung langer Unterhosen den kausalen Zusammenhang zwischen Regen und Nässe. Aber an böse Geister? Ich darf gar nicht darüber nachdenken, das hier soll doch ein positiv beeinflusster, quasi-optimistischer Text werden. Knifflige Sache…ausgefuchst geradezu, wobei der Fuchs ja nichts Gutes plant. Was macht denn einen Text aus, der nicht pessimistisch, traurig, depressiv oder melancholisch wirkt? Zuallererst sollte er nicht pessimistisch, traurig, depressiv oder melancholisch sein. Und wenn doch, braucht er eine leicht verdauliche Pointe. Politisch neutral und gegen alle möglichen Gesellschaftsgruppen gerichtet, mit leicht ironischem Unterton und einer flapsigen Sprache. Ja, sowas brauchen wir: Auf der Autobahn Jeden Morgen fahre ich auf die Autobahn. Das ist eigentlich ziemlich simpel, weil es sehr schwierig ist, dort in die falsche Richtung zu…

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