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(Kleine) Kinder und Regeln, das ist ja so eine Sache. Grenzüberschreitungen dienen seit frühester Kindheit und nicht erst in der Pubertät dazu, auszuprobieren, wie weit man gehen kann. Manche Kinder lernen ganz schnell, was sie sich erlauben können, andere brauchen lange und reizen bis weit nach der Pubertät die Grenzen des Machbaren und Erlaubten aus. Und ich finde Regeln doof.

Regeln sind da, um gebrochen zu werden.

-Jesus

Ich könnte jetzt ausschweifend erklären, dass ich Regeln nicht mag, weil sie mich in meiner persönlichen Freiheit beschränken und den Alltag langweilig machen, weil die Befolgung von Regeln zu vorhersehbaren Ergebnissen führt. Ich könnte es aber auch lassen. Und genau um dieses „könnte“ geht es mir eigentlich. Regeln reduzieren einen Konjunktiv auf einen Imperativ, sie verhindern ergebnisoffene Spontanaktionen und sie machen einfach nicht so viel Spaß. Und erstaunlicherweise werden die Menschen geradezu dazu getrimmt, sich an Regeln zu halten, weil sie sonst in die Hölle kommen oder von Knecht Ruprecht mit der Rute bestraft werden. Das deutet darauf hin, dass die Menschen wohl eigentlich dazu neigen, Regeln zu brechen oder einfach gar keine zu wollen. Fragt man Frauen, wollen die meisten in der Regel nicht die Regel haben. Fragt man Männer, dann sind sie es leid, die Abseitsregel Frauen in der Regel erklären zu müssen. Und ist nicht ein Regal (ein Kompositum aus „Regel“ und „egal“) der Ort, an dem man alles ohne Ordnung verstauen kann und es dann noch als Dekoration gilt?

fuckmylife

…und dann gibt es noch diese “eine” Person im Freundeskreis: Diese Person, deren Leben interessanter ist als jede Fernsehserie. Und deren jüngste Äußerungen regelmäßig wie die neuste Episode von Game of Thrones diskutiert werden. Nicht etwa, weil dieser Mensch ein besonders beeindruckendes Leben führt. Im Gegenteil: Es ist das Verpeilte, das “Ich bin so schön verstrahlt” als Lebensmotto. Und ich frage mich manchmal, ob dieser Mensch weiß, wie sehr er einem Unterhaltungsmedium ähnelt, das zwar nur eine kleine aber dafür beständige Einschaltquote hat. Immerhin müsste er darüber nachdenken. Was schwierig wird. Namen will ich mal keine nennen, vielleicht kommt er ja von selbst drauf, wenn er mal gerade nicht gegen Goliath kämpft. Oder mit Jesus diskutiert. Den hat er (nennen wir ihn der Einfachheit halber mal “Karl”) nämlich auf der letzten Halloweenparty getroffen. Man mag sich nun darüber wundern, dass es tatsächlich jemand angemessen findet, Jesus als Gruselkostüm zu tragen.…

Dichte Kunst

Ich bin ja eigentlich gegen Zwänge, aber ich war heute in der Kirche. Sie war katholisch und kalt. Dennoch musste ich, um am nachfolgenden Kommunionsessen teilnehmen zu dürfen, diesem Gottesdienst am dritten Sonntag der Osterzeit beiwohnen. Es gab Braten mit Pommes Frites und Spätzle, zum Nachtisch Vanilleeis mit heißen Himbeeren. Zum Essen, nicht in der Kirche. In der Kirche gibt es selten etwas zu essen, nur Oblaten, die ich sonst nur von Weihnachtsbrötchen kenne, hier aber Menschenfleisch symbolisieren sollen. Dazu einen Schluck Blut Wein, aber nicht für jeden. Einzig ein kleiner Kreis hochrangiger Kirchgänger, darunter auch der Papst, hat die Befugnis, in der Kirche Alkohol zu trinken. Ich fragte mich, wie ein normaler Gottesdienst wohl aussehen würde, wenn es

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