Das eher kurze Leben von Edgar, dem Weisheitszahn

Hallo, ich bin Edgar!

Edgar mal nackt

Ich bin ein relativ frisch geschlüpfter Weisheitszahn im Unterkiefer eines 21-jährigen Studenten. Mein Leben war bis vor ein paar Wochen wirklich schön: Im Gegensatz zu den restlichen Zähnen, müssen wir Weisheitszähne keinerlei Arbeit verrichten. Die meisten von uns geben sich daher nicht einmal die Mühe, je aus dem Zahnfleisch heraus zu schauen.

Ich dagegen habe es gewagt. Langsam und vorsichtig bin ich über den Zeitraum von mehreren Wochen Stück für Stück der schützenden Fleischhülle, die mich seit meiner Geburt umgab, entschlüpft, um einen Blick in die Welt da draußen zu werfen, von der mir mein Nachbar, der Backenzahn Karl, schon so viel erzählt hat.

Karl lebt schon seit Jahren ein Leben in der gefährlichen Welt der Mundhöhle und zeigt auch immer stolz seine Narben  und die Flicken auf seinen Wunden, wenn es mal wieder darum geht, eine vorbeikommende heiße Schokolade zu beeindrucken. Meistens bleiben die Frauen eine Zeit lang, bevor sie sich vom Elmex-Bus rasend schnell aus dem Mund befördern lassen.

Nun ja, jedenfalls wollte ich nicht länger durch Karl meinen einzigen Kontakt zur Außenwelt und zum Rest meiner Familie haben, weshalb ich, wie schon gesagt, meinen Kopf durch das Zahnfleisch steckte. Und gleich wieder zurückzuckte. Mann war das laut. Und so viel los. Die Kiefer mahlten und krachten, dröhnend rieben die Backenzähne aufeinander, um knusprige Kartoffelchips in einen, mit Speichel vermischten, klebrigen Brei zu verwandeln. Immer wenn der Mund sich öffnete, um neuen Nachschub hinein zu lassen, drangen laute Musik und das Gerede von Menschen hinein. Gleichzeitig wehte ein scharfer, feuchter Wind, der irgendwie süßlich und bitter roch (Karl rief irgendetwas von einem Jack Daniel, aber ich kenne niemanden, der so heißt.).

Mit einem Teil des Zahnfleisches, das mich jahrelang so gut und sicher geschützt hatte, deckte ich mich zu und beschloss erst einmal, abzuwarten und zu beobachten. Das erwies sich aber als schwierig, da mehrere Krümel meinten, sie müssten sich bei mir festsetzen und die Aussicht auch genießen.

So oder so ähnlich könnte  ein Tagebucheintrag von Edgar aussehen. Tut er aber nicht, denn Edgar hat sich entzündet und ist mit brachialer Gewalt unter großen Schmerzen seiner- und meinerseits aus meinem Kiefer gerissen worden.

Edgar heißt er übrigens nach Edgar Allan Poe, weil er so kreativ war 😉

 

Habt ihr eure Weiheitszähne noch oder wurden sie euch auch entfernt? Habt ihr gelitten oder seid ihr am nächsten Tag schon wieder quickfidel durch die Gegend gesprungen? Berichtet in den Kommentaren!

“Hallo Welt” – “Hallo flashbash”

Also, bekanntlich ist ja niemand perfekt – und ich bin es auch nicht. Jeder von euch kennt wahrscheinlich Murphy’s Law, das ja besagt, dass alles, was schiefgehen kann, auch schiefgeht – der sogenannte ‘worst case’! Was aber nicht jeder kennt, ist Yphrums Gesetz: Die Umkehrung, quasi der Gegensatz zu Murphy’s Law im Sinne von ‘Alles was funktionieren kann, wird auch funktionieren.’ Ein Professor für politische Ökonomie an der Harvard University, Richard Zeckhauser, interpretiert es dagegen so: ‘Systeme, die nicht funktionieren sollten, tun es manchmal doch!’

Das ist ein interessanter Denkansatz. Wenn man einmal bedenkt, wieviel (Selbst)zerstörungspotential die Menschheit hat, ist es doch erstaunlich, dass wir mehrere tausend Jahre überlebt haben, ohne uns selbst von der Oberfläche des Planeten zu radieren. Wir führen Kriege, drohen uns mit Nuklearwaffen, pressen die letzten Tropfen Öl aus der Erde, beuten unsere Mitmenschen aus und leben trotzdem noch. Und das ist schön!

Der Sinn hinter diesem Blog

Dinge wie das oben Geschriebene gehen mir ständig durch den Kopf. Mein Gehirn ist eine unermüdlich mehr oder weniger zusammenhängende Gedanken ausspuckende Druckerpresse. Ob ich etwas schreibe, lese, am einschlafen bin oder sonst irgend etwas mache, im Hintergrund meines Kopfes läuft ein Radio, das nie aus ist. Dieses cerebreale Hintegrundrauschen möchte ich sichtbar machen, in Wort fassen und niederschreiben, um (dramatischer Trommelwirbel in meinem Kopf) sie für andere und mich selbst festzuhalten.

Außerdem wird es hin und wieder Anekdoten oder Zoten aus meinem Leben geben, die natürlich einen gewissen Unterhaltungswert mit sich bringen!