Tisch oder nicht Tisch, das ist hier die Frage!

Ich führe seit Jahren einen Kleinkrieg gegen Tischsets. Diese Platz an- und zuweisenden Deckchen, die keinerlei Sinn haben, meine Freundin aber trotzdem jedes mal auf den Tisch legt, wenn es darum geht, eine Mahlzeit zu sich zu nehmen.

In der größten Hektik, wenn nicht mal mehr die Zeit bleibt, dem Essen in der Mikrowelle beim Drehen zuzuschauen, müssen diese Sofakissen (die Dinger, die man immer wegräumt, wenn man sich auf’s Sofa setzt, weil sie einen nur stören) für den Tisch auf den selbigen. Sie sollen ja den Tisch schützen (vor was denn? Davor, als Tisch verwendet zu werden?) und gut aussehen (tun sie nicht, aber selbst wenn, warum muss der Tisch gut aussehen, wenn ich mal eben einen Happen essen will?

Spießig sein, das ist fein

Vielmehr weisen sie jedem Tischbewohner einen festen Aktionsraum zu, in dem der uneingeschränkte Bewegungsspielraum eines jeden auch am Tisch gesichert ist. Quasi der Jägerzaun für’s Abendessen. Klingt ja fast schon spießig, als Deko noch einen Gartenzwerg aufstellen und den eingeschweißten Bausparvertrag als neues Tischset, dann ist der Look perfekt. Aber das wäre ja dann übertrieben. Sagte mir die Frau im Einrichtungshaus. Sie konnte mir aber auch nicht sagen, für was (außer den „Look“) die Sofakissen sind. Dabei ist doch beim auf dem Sofa Sitzen das „Feeling“ viel wichtiger als der „Look“. Sagte ich.

Wie bin ich denn jetzt auf Spießer gekommen? Ach ja, Tischsets. Die sind ja auch irgendwie spießig. Manchmal aber auch ganz nett. Wenn mal ein bisschen Soße neben den Teller kleckert (würde mir nie passieren), wirft man einfach das Tischset in die Wäsche. Dann muss man den Tisch nicht abwischen. Lieber wasche ich jede Woche 5 Tischsets, als dass ich den Tisch abwische. Denn das Waschen übernimmt ja die Waschmaschine und bügeln braucht man die auch nicht. Die Tischsets, nicht die Waschmaschine.

Wenn ich mal groß bin, möchte ich ganz bewusst auf Tischsets verzichten, habe ich mir vorgenommen. Und auf Sofakissen. Ich bin ja kein Spießer, ich bin noch jung und unabhängig, ich brauche mich nicht dem Trend zu unterwerfen.

Spießig hin oder her, wir haben schon wieder Uhrzeit, heute gehe ich mal ganz unspießig früh ins Bett!

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